Passionsandachten

Seit Jahren zählen die Passionsandachten zum Gottesdienstangebot während der Passionszeit, in der des Leidens und Sterbens Jesu Christi gedacht wird. Sie werden in der Kirchengemeinde Ahlen von ehrenamtlichen Lektorinnen und Lektoren vorbereitet und in der Paul-Gerhardt-Kirche gehalten. Orientierung und Grundlage bieten dabei die Texte des „Gottesdienst Instituts“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
In diesem Jahr gibt es pandemiebedingt eine gekürzte, digitale Fassung als Audio (zum Anhören). Die Andachten widmen sich unter der Überschrift „Durch alle Zeit strahlt hell das Kreuz“ fünf Passionsliedern aus dem neuen zweisprachigen Gesangbuch „Mit Herz und Mund“. Die im englischsprachigen Raum beliebten und traditionsreichen Lieder wurden stimmig und einfühlsam ins Deutsche übertragen und sind als kurze Hörbeispiele in die Andachten integriert.

25. März: Seh´ich das Kreuz an, ach wie schwer – When I survey the wondrous cross

Engl. Text: Isaac Watts (1707), dt. Übertragung: Christina Falkenroth (2020)
Melodie und Satz: Edward Miller (1790)

Lektorin: Brigitte Malek
Vorspiel: Beginn des Adagio aus dem Klavierkonzert F-Moll von J.S.Bach, aufgenommen in der Evangelischen Pauluskirche Ahlen, gespielt von Kantorin Larissa Neufeld

Der reformierte Theologe und Lyriker Isaac Watts hat über 600 Kirchenlieder gedichtet und wird in Großbritannien als „Vater des englischsprachigen Kirchenlieds“ verehrt. Das Lied „When I survey the wondrous cross“ wird als das beste englischsprachige Kirchenlied schlechthin angesehen.
Dieses Passionslied wird in Großbritannien und Nordamerika bevorzugt am Karfreitag gesungen, weil es im Wesen eine Kreuzesanbetung ist.

Passionsandacht 25.03.2021, gelesen von Lektorin Brigitte Malek

Foto: pixabay.de

18. März: Anbetung, Preis und Ehre – All glory, laud and honnor

Lat. Urtext: Theodulf, Bischof von Orléans (9.Jhdt.); engl. Übersetzung: Jahn Mason Neale (1851); dt. Übertragung: Christina Falkenroth (2020)
Melodie und Satz: Melchior Teschner (1613): „Valet will ich dir geben“

Lektorin: Petra Fischer
Vorspiel: Beginn des Adagio aus dem Klavierkonzert F-Moll von J.S.Bach, aufgenommen in der Evangelischen Pauluskirche Ahlen, gespielt von Kantorin Larissa Neufeld

Der Liedtext gibt die neutestamentliche Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem wider. Diese Geschichte wurde zu Zeiten des Texters, Bischof Theodulf, als großer, dramatisch nachgespielter Einzug (draußen am Stadttor mit Esel) liturgisch inszeniert, während eine Prozession dieses Lied mitgesungen hat. Erst ein Jahrtausend später hat der anglikanische Theologe und Übersetzer Dr. John Mason Neale, den lateinischen Urtext wiederentdeckt und ins Englische übertragen.
Die Melodie stammt von Melchior Teschner, einem lutherischen Theologen und Kirchenmusiker aus Schlesien. Sie erinnert mit ihrer Struktur an einen königlichen Triumphzug mit Fanfaren voller Juble und bekennenden Zurufen.

Passionsandacht 18.03.2021, gelesen von Lektorin Petra Fischer

11. März: Die Stimme Jesu sprach zu mir – I heard the voice of Jesus say

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Engl. Text: Horatius Bonar (1846); dt. Übertragung: Christina Falkenroth (2020)
Melodie und Satz: Thomas Tallis (1567

Lektorin: Karin Hildebrandt
Vorspiel: Beginn des Adagio aus dem Klavierkonzert F-Moll von J.S.Bach, aufgenommen in der Evangelischen Pauluskirche Ahlen, gespielt von Kantorin Larissa Neufeld

Das nachdenkliche Lied wurde von dem schottischen Pfarrer Horatius Bonar gedichtet. Die Melodie komponierte der Hofmusiker der englischen Monarchie, Thomas Tallis. Die aus der Renaissance stammende Melodie ist stark synkopiert und die Phrasierung wird lediglich mit kurzen „Pausenstrichen“ gekennzeichnet.
Das Lied wird mit diese Melodie in der Passionszeit gesungen; eine weitere Melodie ist eher heiter und beschwingt und wird z.B. zu Taufen gesungen.

Passionsandacht 10.3.2021, gelesen von Lektorin Karin Hildebrandt

4. März: O Liebe, unermesslich hoch – O Love, How Broad, How High

Foto: pixabay

Latein. Urtext: Thomas a Kempis (15. Jh.)
Engl. Übersetzung:Benjamin Webb (1852); Dt. Übertragung: Christina Falkenroth (2020)
Melodie: engl. Volkslied (15. Jh.): Agincourt Carol / „Deo Gracias)

Lektorin: Susanne Bohnet
Vorspiel: Beginn des Adagio aus dem Klavierkonzert F-Moll von J.S.Bach, aufgenommen in der Evangelischen Pauluskirche Ahlen, gespielt von Kantorin Larissa Neufeld

Der lateinische Urtext stammt von dem niederrheinischen Augustinermönch Thomas a Kempis (Thomas von Kampen am Niederrhein) aus dem 15. Jahrhundert. Erst vierhundert Jahre später übersetzte der anglikanische Priester Benjamin Webb den Text. Ähnlich wie das apostolische Glaubensbekenntnis spiegeln die sieben Liedstrophen die Heilsgeschichte wider.
Die Melodie des Lieds ist als englisches Volkslied aus dem 15. Jahrhundert bekannt, das den Sieg der Briten 1415 in der Schlacht zu Agincourt im Rahmen des Hundertjährigen Kriegs besingt.

Passionsandacht 4.3.2021, gelesen von Lektorin Susanne Bohnet

25. Februar: Auf das Kreuz will ich vertrauen – In the Cross of Christ I Glory

Wandkreuz in der Paul-Gerhardt-Kirche Ahlen

Engl. Text: Sir James Bowring (1825); dt. Übertragung: Christina Falkenroth (2020)
Melodie und Satz: Ithamar Conley (1849)

Lektor: Horst Schulte
Vorspiel: Beginn des Adagio aus dem Klavierkonzert F-Moll von J.S.Bach, aufgenommen in der Evangelischen Pauluskirche Ahlen, gespielt von Kantorin Larissa Neufeld

Dieses Passionslied wirft eine besonders „fröhliche“ Perspektive auf das Kreuz Jesus Christi. Es handelt ausschließlich von den positiven Auswirkungen des durch Jesu Auferstehung überwundenen Kreuzes für die Gläubigen.
Der Texter, Sir James Bowring, war politischer Ökonom und u.a. Gouverneur von Hong Kong. Von ihm wurden 88 Kirchenlieder veröffentlicht.
Der Komponist war ein amerikanischer Kirchenmusiker, Chorleiter und Bass-Solist.

Passionsandacht 25.2.2021, gelesen von Lektor Horst Schulte